Unterschied Gewährleistungsfrist und Garantie

Es gibt einen sehr großen Unterschied zwischen Gewährleistung und Garantie. Wobei oft genug von Kunden das Wort Garantie genutzt wird, aber Gewährleistung gemeint wird. Denn Gewährleistung ist ein Recht, dass wir als Kunden haben, während die Garantie uns von Herstellern und auch Händlern freiwillig angeboten wird.

Gewährleistung – Garantie – Kulanz

Gewährleistung

Bei der Gewährleistung steht der Verkäufer dafür ein, dass die verkaufte Sache frei von Sach- und Rechtsmängeln ist. Verkäufer haften daher für alle Mängel, die schon zum Zeitpunkt des Verkaufs bestanden haben. Auch, wenn die Mängel erst später bemerkt werden. Gewährleistung ist nichts, was der Verkäufer dem Kunden einräumen müsste. Sie besteht von Gesetz wegen und die Gewährleistungspflicht beträgt 24 Monate (§ 438 BGB). In ganz wenigen Fällen kann sie verkürzt werden.

Gewährleistung erste sechs Monate

Für die ersten sechs Monate gibt es noch einen Sonderfall bei der Gewährleistung. In dieser Zeit hat es der Kunde sehr einfach, etwas umzutauschen, wenn ein Mangel besteht, da der Verkäufer nachweisen müsste, dass der Mangel zum Zeitpunkt der Lieferung noch nicht bestanden hat. Erst nach den sechs Monaten geht die Beweislast auf den Kunden über. Dann muss der Kunde beweisen, dass das Gerät wegen einem Mangel kaputt ist, der schon beim Kauf bestanden hat.

Gewährleistung ausschließen

Gewährleistung kann nur ausgeschlossen werden, wenn der Mangel vom Verkäufer offenbart wird. Zum Beispiel kann man sich beim Kauf von preisreduzierten Mangelexemplaren oder bei preisreduzierter Ware im Angebot wegen Wasserschaden später nicht auf eben diese Schäden berufen, die vorab ja schon eingeräumt worden sind.

Garantie

Meist sagen wir im alltäglichen Leben Garantie und meinen doch die Gewährleistung. Denn wenn wir sagen »das ist aber noch Garantie drauf«, dann meinen wir ja im Recht zu sein, wenn die Sache einen Mangel aufweist und wollen, dass etwas zum Beispiel repariert wird. Aber Garantie ist etwas, was der Händler oder Hersteller uns freiwillig gibt. Meist bezieht sich daher auch eine Garantiezusage nur auf bestimmte Teile. Und meist geht es um Funktionsfähigkeit. Meist wird die Garantie vom Hersteller eingeräumt.

Kulanz

Es gibt übrigens auch noch die Kulanz. Auch die ist im Geschäftsleben recht häufig anzutreffen. Den Ruf sehr kulant zu handeln, kann einem Geschäft dabei durchaus einige Kunden bringen. Denn wenn man weiß, dass man etwas auch bei Nichtgefallen umtauschen kann, und zwar auf Kulanz und nicht, weil der Händler es umtauschen muss, kann oft der letzte Tropfen hin zu einer Kaufentscheidung sein. Schließlich geht man ja kein Risiko ein. Auch das Umtauschen wegen Nichtgefallen nach Weihnachten geschieht meist auf Kulanz und wird vorab auch so schon kundgetan.

Achtung: Hierbei handelt es sich nur um eine Worterklärung, nicht um eine Rechtsauskunft. Wer wegen Garantie oder Gewährleistung oder wegen einer enttäuschten Hoffnung auf Kulanz mit einem Händler oder Hersteller im Rechtsstreit liegt, sollte besser einen Anwalt zu Rate ziehen.

Um den Kaufzeitpunkt nachweisen zu können, sollte man Quittungen vom Kauf aufbewahren. Theoretisch reicht zwar auch eine Zeugenaussage, dass man wirklich am Tag X den teueren Flachbildschirm im Geschäft Y gekauft hat, aber warum nicht lieber gleich die Quittung bzw. den Kaufbeleg aufbewahren. Ist doch viel einfacher. Siehe auch Dokumente aufheben Fristen.

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